Wofür noch ein Blog? Um meine Gedanken zu teilen, um Input zu bekommen, und um weitere Einflüsse aufsaugen und streuen zu können. Zwischen Agilität und PMI.


Hiermit fällt er, der Startschuss. Wofür? Für einen weiteren Blog im Bereich Projektmanagement, Agilität, Lean Change, Führung und was weiß ich nicht was es da noch alles für Themen geben wird. 
 
Langweilig? Weil es schon der 41.286'ste Blog in dieser Form ist? Weil das Thema ausgelutscht ist? Weil eigentlich schon alles mal gesagt wurde?
 
Kann sein. Aber noch nicht von jedem. Bzw. eben noch nicht von mir.
 
Womit wir beim Thema sind. Wer bin ich eigentlich, und warum fühle ich mich dazu berufen, Textblöcke in die weite Welt des Internets zu pumpen, ohne dass mich jemand darum gebeten hätte?
 
Mein Name steht oben drüber, ich gehe mit großen Schritten auf die 50 zu. Im IT-Umfeld bewege ich mich seit den 80'er Jahren des letzten Jahrhunderts, Softwareprojekte und Consulting im klassischen Sinne mache ich seit den 90'ern. Vom Anforderer über den Teilprojektleiter zum Gesamtprojektleiter, eigentlich der klassische Werdegang.
 
Ab 2001 habe ich Entwicklungsprojekte unter dem Paradigma "Rapid Prototyping" geleitet. Bzw. haben wir das in der damaligen Firma so genannt. Iterationen und frühes Kundenfeedback waren die eigentlichen Inhalte, drum herum aber noch ganz viel Wasserfall, V-Modell, RUP und was es sonst noch alles gab. Eigentlich nie festgelegt auf ein starres Konstrukt, sondern immer versucht, die Methodik dem Projekt und/oder dem Kunden angepasst.
 
Bis 2011 hat es gedauert, das ich das erste Mal in ein "Scrum Projekt" eingestiegen bin. Eher als externer Zuschauer, der Kunde hat das Team gestellt, den PO, den Scrum Master. Ich war der begleitende Projektleiter auf Dienstleisterseite. Was ich toll fand: Es hat funktioniert! Das Thema war beim Kunden ganz hoch aufgehängt, mit eigenem "Center of Competence", und echt guten Leuten im Team. Auf Konferenzen habe ich mich dann weg von technischen Tracks immer mehr Richtung Agilität bewegt, um Erfahrungen aufzusaugen, und etwas für meine Projekte zu lernen. Es folgte die klassische Schulung zum Scrum Master, abgeschlossen durch das scrum.org PSM I Zertifikat.
 
Das Stück Papier ist toll, reicht aber nicht. Was fehlt, ist Erfahrung. Sind Experimente. Fehlschläge und Erfolge. Einfach ein Fundus, aus dem man schöpfen kann.
 
2015 habe ich an einer Weiterbildung zum PMP® (pmi.org) teilgenommen, und im Rahmen dieses Kurses wieder ganz viel klassisches gelernt. Wie wichtig Stakeholder sind. Warum eine Earned Value Betrachtung schon mal Sinn machen kann. Das eine Risikoanalyse durchaus mehr beinhalten kann als "Wird schon alles gut. Alles Profis, kein Risiko". Aber auch Themen wie das Tuckersche Phasenmodell, Theory X, Y und Z, Maslow's Pyramide und der Herzbergsche Hygienefaktor. Also eigentlich alles das was man braucht, um Projekte erfolgreich zum Abschluss zu bringen.
 
Seit Januar 2016 bin ich nun ein PMP (ja, mit ®). Und jetzt kommt das für mich interessante, herausfordernde: Zu den immer wieder gehörten Mythen zum Thema agiles Projektmanagement gehören u. a. Aussagen wie: "In agilen Projekten gibt es keine Dokumentation". "In einem Scrum Projekt gibt es doch keine Planung!". "Wofür denn ein Projektplan? Steht doch alles im Jira!". "Der Kram funktioniert doch nur in der Softwareentwicklung!".  Usw. usf.
 
Auf der anderen Seite die Prozessgetriebenen Stimmen wie "In den Projektplan gehört zwingend das, dies und jenes, das hat schon der alte ISO so gemacht!". "Ohne Spezifikationsphase und eine 2.400 seitige Systembeschreibung braucht man doch gar nicht erst anfangen!". "Schätzungen müssen in PT erfolgen, was zur Hölle soll ich mit Storypoints?"
 
Ja, selbst im Jahr 2016 höre ich das regelmäßig. Und das obwohl Themen wie FDD, TDD, DSDM, ASD, Crystal, XP, Kanban und Scrum seit mittlerweile Jahrzehnten das Gegenteil beweisen. 
 
Und hier komm mein Ansatz: Ich möchte an dieser Stelle regelmäßig meine Erfahrungen beim Verheiraten der beiden Welten teilen. Aus Projekten berichten, in denen ein Experiment ganz toll funktioniert hat. Oder eben volles Programm gegen die Wand gefahren ist. Ideen aus Büchern vorstellen, gerne darüber diskutieren. Berichte aus dem Leben, Fragestellungen aus Situationen. Etwas das mir geholfen oder mich blockiert hat.
 
Und jetzt kommen wir zu der Frage "warum hier, beim Projektrealisierer Holger Dierssen?".
 
Ich durfte Holger im Rahmen meiner Ausbildung zum PMP erleben, und war direkt von seinem Erfahrungsschatz und seiner Methodik begeistert. Wenn er anfängt zu sabbeln tropft direkt die Praxis vom Kinn, bzw. aus allen Poren. Er ist authentisch, und er kann sich für neue Themen begeistern. Er saugt Wissen auf, teilt es aber auch. Und er kann es vermitteln, das Wissen. In zwei Tagen Training/Coaching bei ihm bekommt man eine Druckbetankung, mit der man erstmal fertig werden muss. Aber er hört auch zu. Ist interessiert, und versucht Ansätze für seine Arbeit aufzunehmen.
 
Ich glaube, das passt einfach, und daher wage ich jetzt in Anlehnung an Jason Little, Veränderungen immer als Experiment zu sehen und zu verkaufen, einmal den Versuch, hier regelmäßig etwas zu veröffentlichen. 
 
Mal sehen wo das hinführt.
 
Und jetzt fange ich an, mir Gedanken um die nächsten Themen zu machen. 
 
See you next time, cheers and bye bye,
 

Frank Paetschke